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(IT) Fliegenfischen an der Passer bei Meran


- Fliegenfischen an der Passer 2017 -

Der alljährliche und lang erwartete Sommerurlaub bei der Familie in Campo Tures im Juli / August  rückte endlich näher.
Geplant war wieder einiges an Gewässern, wie der Mühlbach, die Ahr und dieses Mal auch die Rienz bei Brunico.

Durch Instragram lernte ich zwei Italiener, Gabriele und Luca aus Meran kennen, die mich an die Rienz begleiten wollten um dort einen schönen, fischreichen Tag zu verbringen.

Leider machte uns der Wettergott, noch in Deutschland wissend, einen Strich in Form von Schmelzwasser durch die
Rechnung. Die Rienz war somit unbefischbar und es war nicht klar wo wir ausweichen konnten.

Die zwei schlugen mir vor, das ich doch die "Autostrada" weiter runter Richtung Meran fahren solle und wir an Ihrem
Hausgewässer, der Passer Refo´s, Bafo´s, Äschen und Marmoratas nachstellen sollten.

Gesagt getan und so fuhr ich erwartungsvoll für einen Tag über Bozen Airport zu Luca und Gabriele in das
ca. 130 Km entfernte, wunderschöne Meran.

Wir trafen uns an einer kleinen Tankstelle Ausfahrt Meran. Es war ein toller Kontakt und man verstand gleich sich super miteinander. Wir holten morgens die Karten in einem Angelgeschäft und machten
uns bei herrlichem Sonnenschein und immer wärmer werdenden Wetter auf in Richtung Passer.


Wir fuhren quer durch Meran City, über steile Hänge, durch herrliche Landschaften außerorts, bis wir zu den großen Apfelplantagen kamen, wo auch langsam die Passer durch die Büsche blitzte.


Angekommen tackelten wir uns auf und ich sollte noch nicht wissen was mich erwartet. Trocken und Nassfliegen lagen bereit in ihrer Dose zum Einsatz.


Luca schlug sich so gleich in die Fluten und bereits nach kürzester Zeit war die erste Rute von einer dicken und ich meine
richtigen dicken Bafo gekrümmt. Auf  Nymphe....

Man muss wissen, das die Passer ein recht schneller Gebirgsfluss mit riesigen großen Steinen, Gumpen und zahlreichen
Pools ist, die teils wirklich sehr tief sind und dazu kristallklares Wasser sowie tiefe Rinne in denen die Tiere im glasklaren Wasser stehen.

Auch Gabriele fing nach kurzer Zeit eine nach der anderen. Auf Nymphe...

Nun ist ja gerade im Sommer meine absolut letzte Wahl eine tiefe schwere Nymphe, aber meine trockenen und die nassen konnte ich getrost im Auto lassen sollte ich schnell merken.
Ich fing GAR NICHTS und langsam machte sich Verzweiflung breit. Irgendwann kam Gabriele zu mir und nahm mich mit zu einem tiefen, herrlich blauen Pool.

Ich wurde erst einmal über das "pescare con Mosca" aufgeklärt, denn es ist nicht "das" Fliegenfischen wie wir / ich es kannnte. Sicherlich kennt man das "Czech Nymphing", aber dies ist zum einem eine Art die mir persönlich nicht wirklich viel Spaß macht und zum anderen man dies in DE mit nur max. einer Fliege ausüben darf.
Er fischte diese Technik mit so viel Perfektion das ich echt ins staunen kam.

In Italien fischt man an diesen Flüssen 10 Ft Ruten und ebenfalls eine Art Czech Nymphing System mit bis zu drei Fliegen.
Also baute auch ich, so gut es eben mein Materiel hergab, meine Montage um.

Gabriele und Luca fingen an diesem Tage wie verrückt und ich weiß nicht wie viele es waren, aber es war reichlich.

Wir fischten so stromauf einige Kilometer.
Ab den Mittagsstunden wurde es, wie in Italien so oft, heiß von 0 auf 100. Das Thermometer kletterte rasch über die 30 Grad. Dies war den Fischen in ihrem eiskalten Nass, jedoch herzlich egal. Diese bissen fröhlich weiter und vor jedem neuen Stein stand gefühlt wieder eine.
Die Salmoniden in der Passer sind wunderschöne, wilde, kraftstrotzende Tiere die gerne eine Größe von 50 +  besitzen.

Irgendwann hörte ich von Luca einen Schrei, das ich zu ihm kommen solle, denn natürlich war seine Rute wieder krumm.
Für jemand der die deutschen Flüsse wie Sieg, Lenne etc, kennt ist es teils eine echte Herausforderung sich durch den steinigen,stark strömenden Fluss zu kämpfen.
Dies Mal sollte es eine dicke Marmorata sein, die ich bis dato nur von Bildern kannte. Ein Wahnsinns Anblick vor allem bei dieser Größe.

Gegen Mittag, nach einer kurzen Pause in der nassen Felsenlandschaft, sollte dann auch ich einmal Glück haben und in
einer tiefen Rinne, tief genympht, schoss eine 48 ger Refo auf die Nymphe. Der Drill war absolut atemberaubend und spektakluär und nach ca. 10 Min an der 4er Vision Cult, konnte das Tier endlich landen.

Nach 14:00 Uhr wurde es unerträglich heiß, so das wir beschlossen den Heimweg anzutreten.
Ich werde diesen Tag so schnell nicht vergessen und für Sommer 2018 ist wieder ein Trip an die Passer angedacht.
Dieses Mal dann mit dem richtigen Tackle, dicken, schweren Nymphen und hoffnungsvoller Erwartungen.




Wenn Ihr in der Nähe der Passer sein sollte.....versäumt diesen Fluss nicht!

Euer Marcel...